Dienstag, 9. Dezember 2008
Entschleunigung

Dieser Grafikentwurf für T-Shirts und Buttons, drückt etwas aus, das für mich von sehr großer Bedeutung ist. Wir brauchen Ruhe um die großen Probleme der Gegenwart zu lösen. Wer zu beschäftigt ist, hat keine Zeit sich umzuschauen. Aber Umsicht ist wichtig.
Das Bild zeigt je nach Betrachtungsweise eine Schnecke und eine Schlange. Die Schnecke steht natürlich wie kein anderes Tier für Langsamkeit. Die Langsamkeit der Schlange ist von ganz anderer Art. Sie verharrt ganz still und kann dann blitzschnell zuschnappen. In der Ruhe liegt die Kraft, die es erlaubt, im richtigen Augenblick ohne Zeitverlust zu handeln. Dazu bedarf es aber gleichzeitig großer Aufmerksamkeit. Die vielen Augen können auch als Hinweis darauf gedeutet werden.
Das Bild zeigt je nach Betrachtungsweise eine Schnecke und eine Schlange. Die Schnecke steht natürlich wie kein anderes Tier für Langsamkeit. Die Langsamkeit der Schlange ist von ganz anderer Art. Sie verharrt ganz still und kann dann blitzschnell zuschnappen. In der Ruhe liegt die Kraft, die es erlaubt, im richtigen Augenblick ohne Zeitverlust zu handeln. Dazu bedarf es aber gleichzeitig großer Aufmerksamkeit. Die vielen Augen können auch als Hinweis darauf gedeutet werden.
Just different - You are not alone - Enjoy the flow
In den letzten Monaten habe ich angefangen, Bilder für T-Shirts zu entwerfen. Ein T-Shirt ist für mich dabei nicht einfach ein Gebrauchsgegenstand, sondern ein Kommunikationsmedium, wobei Grafik und Text verwendet werden können. Ein T-Shirt-Motiv ist normalerweise plakativ, es ist auf das Wesentliche beschränkt, sowohl in der Aussage, als auch in der Ausgestaltung.
Im Vergleich zum Malen auf Leinwand gelten bei der Gestaltung von T-Shirts ganz andere Rahmenbedingungen. Eine Leinwandgemälde ist exklusiv. Man kann es nicht an mehreren Orten gleichzeitig ausstellen. Natürlich kann man davon auch ein Foto machen, aber dabei geht etwas verloren: das verwendete Material, Unebenheiten auf der Oberfläche, die Aura des Werkes.
Ein T-Shirt kann in großen Mengen produziert werden. Man trägt es auf der Straße, in der U-Bahn. Man kann damit auch ins Museum gehen oder in eine Galerie, aber es hat keinen besonderen Bezug zu diesen Orten. T-Shirts als Träger von Kunst sind ein sehr demokratisches Medium - sie sind für viele erschwinglich und wer sich von einer bestimmte Aussage angesprochen fühlt, kann zu ihrer Verbreitung beitragen - oder sein eigenes Motiv gestalten. Kleidung ist etwas sehr privates, persönliches, gleichzeitig ist aber eine Grafik, die darauf gedruckt ist, eine öffentliche Aussage, zu der sich jemand bekennt.
Beim Entwerfen von T-Shirt-Grafiken habe ich auf Motive zurückgegriffen, die ich schon seit geraumer Zeit in meiner Kunst verwende. Dabei ist es für mich selbst sehr spannend, zu erleben, wie sie sich im Zusammenhang mit dem fremden Medium verändern.

Das Fischmotiv ist entstanden bei meinen Entwürfen für Keramikfliesen. Sie waren ein Zufallsprodukt, das sich durch das mehrfache Spiegeln eines abstrakten Musters ergeben hatte. Jetzt sind sie plötzlich Teil einer Aussage, stehen in einem Spannungsverhältnis zu Worten.
So wie der Fisch, der gegen den Strom schwimmt habe ich mich als Jugendlicher gefühlt, als ich gegen eine Gesellschaft opponierte, die nach meiner Ansicht in die falsche Richtung trieb. Es ist ein Bild der Einsamkeit, aber auch eines Stolzes. Es hat durchaus Pathos.
So wie dieser Fisch habe ich mich aber auch gefühlt, als ich begann in China zu leben. Es ist die Erfahrung, die Menschen immer wieder in einer anderen Kultur machen, anders zu sein, aber auch anders behandelt, zuweilen auch ausgegrenzt zu werden. Es ist eine Erfahrung, die Millionen von Menschen weltweit machen, nicht immer freiwillig, manchmal mit Wut und Schrecken, manchmal aber auch mit Begeisterung.
So oder so, das Leben geht weiter. Man sucht und findet Gleichgesinnte oder auch einfach Menschen, die sich in der gleichen Situation befinden. Man erlebt Nähe, Freundschaft, Liebe.
Wenn man in einer anderen Kultur lebt kann man plötzlich feststellen, dass mit Menschen die einen ganz anderen Hintergrund haben trotzdem ein Verständnis möglich ist, das weit über das hinaus geht, was man mit den meisten Leuten aus dem eigenen Land kennt. Die Vorstellungen, was vertraut und was fremd ist, geraten durcheinander.
In China habe ich festgestellt, dass es häufig gerade die eher ungewöhnlichen Leute sind, oftmals selbst Außenseiter, mit denen man als Fremder leichter in Kontakt kommt.
Freunschaft hebt Außenseitertum nicht auf. Aber sie macht es erträglicher. Mehr noch: Sie lässt es attraktiv erscheinen, nicht dazu zu gehören.
Eines der Dinge im Leben, die am schwersten zu lernen sind, ist angemessenes Verhalten: Zur rechten Zeit gegen den Strom zu schwimmen und zur rechten Zeit mit ihm. Ich kann mich tragen lassen von der Gemeinschaft mit anderen, auch wenn ich anders bin. Der rote Fisch auf dem dritten Bild hat seine eigene Farbe behalten, aber er ist trotzdem aufgehoben in der Harmonie des Schwarms.
Das war auch wiederum meine Erfahrung nach mehreren Jahren in China. Ich war immer noch Ausländer und würde das auch immer bleiben. Aber ich eckte weniger an und je mehr ich mich auf die fremde Lebensweise einlassen konnte, umso mehr merkte ich auch die Bereicherung die das für mein eigenes Leben bedeutete.
Jede Kultur hat ihre eigenen bewundernswerten Seiten, die man anderswo schwer findet. Aber jede Kultur hat auch die Tendenz einzuengen und zu kontrollieren. Ständiges Opponieren ist ebenso problematisch wie ständiges Mitmachen. Den richtigen Weg dazwischen zu finden, das ist die eigentliche Herausforderung im Leben.
Die drei Bilder stehen für Einsamkeit, Freundschaft und Gemeinschaft. Diese drei können jeweils für einen Moment lang als elementare Kräfte erlebt werden. Aber sie sind nicht ausschließlich. Sie wechseln sich ab. Alles bleibt im Fluss. Für mich bedeutet Freiheit, dass ich mich zwischen den Ufern bewegen kann, zwischen Vertrautheit und Fremdheit, Revolte und Harmonie, Integration und Rückzug.
Jedes der drei Bilder für sich genommen ist einseitig. Als Serie ergänzen und kommentieren sie sich gegenseitig.
Just different - You are not alone - Enjoy the flow ...
Im Vergleich zum Malen auf Leinwand gelten bei der Gestaltung von T-Shirts ganz andere Rahmenbedingungen. Eine Leinwandgemälde ist exklusiv. Man kann es nicht an mehreren Orten gleichzeitig ausstellen. Natürlich kann man davon auch ein Foto machen, aber dabei geht etwas verloren: das verwendete Material, Unebenheiten auf der Oberfläche, die Aura des Werkes.
Ein T-Shirt kann in großen Mengen produziert werden. Man trägt es auf der Straße, in der U-Bahn. Man kann damit auch ins Museum gehen oder in eine Galerie, aber es hat keinen besonderen Bezug zu diesen Orten. T-Shirts als Träger von Kunst sind ein sehr demokratisches Medium - sie sind für viele erschwinglich und wer sich von einer bestimmte Aussage angesprochen fühlt, kann zu ihrer Verbreitung beitragen - oder sein eigenes Motiv gestalten. Kleidung ist etwas sehr privates, persönliches, gleichzeitig ist aber eine Grafik, die darauf gedruckt ist, eine öffentliche Aussage, zu der sich jemand bekennt.
Beim Entwerfen von T-Shirt-Grafiken habe ich auf Motive zurückgegriffen, die ich schon seit geraumer Zeit in meiner Kunst verwende. Dabei ist es für mich selbst sehr spannend, zu erleben, wie sie sich im Zusammenhang mit dem fremden Medium verändern.

Das Fischmotiv ist entstanden bei meinen Entwürfen für Keramikfliesen. Sie waren ein Zufallsprodukt, das sich durch das mehrfache Spiegeln eines abstrakten Musters ergeben hatte. Jetzt sind sie plötzlich Teil einer Aussage, stehen in einem Spannungsverhältnis zu Worten.
So wie der Fisch, der gegen den Strom schwimmt habe ich mich als Jugendlicher gefühlt, als ich gegen eine Gesellschaft opponierte, die nach meiner Ansicht in die falsche Richtung trieb. Es ist ein Bild der Einsamkeit, aber auch eines Stolzes. Es hat durchaus Pathos.
So wie dieser Fisch habe ich mich aber auch gefühlt, als ich begann in China zu leben. Es ist die Erfahrung, die Menschen immer wieder in einer anderen Kultur machen, anders zu sein, aber auch anders behandelt, zuweilen auch ausgegrenzt zu werden. Es ist eine Erfahrung, die Millionen von Menschen weltweit machen, nicht immer freiwillig, manchmal mit Wut und Schrecken, manchmal aber auch mit Begeisterung.
So oder so, das Leben geht weiter. Man sucht und findet Gleichgesinnte oder auch einfach Menschen, die sich in der gleichen Situation befinden. Man erlebt Nähe, Freundschaft, Liebe.Wenn man in einer anderen Kultur lebt kann man plötzlich feststellen, dass mit Menschen die einen ganz anderen Hintergrund haben trotzdem ein Verständnis möglich ist, das weit über das hinaus geht, was man mit den meisten Leuten aus dem eigenen Land kennt. Die Vorstellungen, was vertraut und was fremd ist, geraten durcheinander.
In China habe ich festgestellt, dass es häufig gerade die eher ungewöhnlichen Leute sind, oftmals selbst Außenseiter, mit denen man als Fremder leichter in Kontakt kommt.
Freunschaft hebt Außenseitertum nicht auf. Aber sie macht es erträglicher. Mehr noch: Sie lässt es attraktiv erscheinen, nicht dazu zu gehören.
Eines der Dinge im Leben, die am schwersten zu lernen sind, ist angemessenes Verhalten: Zur rechten Zeit gegen den Strom zu schwimmen und zur rechten Zeit mit ihm. Ich kann mich tragen lassen von der Gemeinschaft mit anderen, auch wenn ich anders bin. Der rote Fisch auf dem dritten Bild hat seine eigene Farbe behalten, aber er ist trotzdem aufgehoben in der Harmonie des Schwarms.Das war auch wiederum meine Erfahrung nach mehreren Jahren in China. Ich war immer noch Ausländer und würde das auch immer bleiben. Aber ich eckte weniger an und je mehr ich mich auf die fremde Lebensweise einlassen konnte, umso mehr merkte ich auch die Bereicherung die das für mein eigenes Leben bedeutete.
Jede Kultur hat ihre eigenen bewundernswerten Seiten, die man anderswo schwer findet. Aber jede Kultur hat auch die Tendenz einzuengen und zu kontrollieren. Ständiges Opponieren ist ebenso problematisch wie ständiges Mitmachen. Den richtigen Weg dazwischen zu finden, das ist die eigentliche Herausforderung im Leben.
Die drei Bilder stehen für Einsamkeit, Freundschaft und Gemeinschaft. Diese drei können jeweils für einen Moment lang als elementare Kräfte erlebt werden. Aber sie sind nicht ausschließlich. Sie wechseln sich ab. Alles bleibt im Fluss. Für mich bedeutet Freiheit, dass ich mich zwischen den Ufern bewegen kann, zwischen Vertrautheit und Fremdheit, Revolte und Harmonie, Integration und Rückzug.
Jedes der drei Bilder für sich genommen ist einseitig. Als Serie ergänzen und kommentieren sie sich gegenseitig.
Just different - You are not alone - Enjoy the flow ...
Dienstag, 23. September 2008
Visuelle Musik oder abstrakte Malerei?
Wenn ich meine Kunst beschreibe, dann verwende ich oft den Begriff "abstrakte Malerei". Dieser Begriff hat den Vorteil, dass er allgemein bekannt ist. Die meisten Menschen können sich darunter etwas vorstellen.
Kunsthistorisch gesehen macht es auch einen Sinn, von abstrakter Kunst zu sprechen. Schließlich war die europäische Malerei bis zum Ende des 19. Jahrhunderts ausschließlich gegenständlich und erst im 20.Jahrhundert entfernte man sich immer weiter von der Vorstellung, ein Bild müsse etwas abbilden. Schritt für Schritt abstrahierte man den darstellenden Charakter der Kunst und so entstand schließlich die abstrakte Kunst, in der Farben und Formen nicht mehr dazu da waren, etwas nachzubilden, sondern selbst der eigentliche Gegenstand der Malerei wurden.
Der Begriff "abstrakte Kunst" erklärt sich also aus dem Gegensatz einer historischen Strömung zur vorangegangenen Kunstepoche. Er steht somit für eine Bewegung die von etwas wegführt. Das legt die Vorstellung nahe, als sei Malerei eigentlich immer abbildend und es bedürfe einer besonderen Anstrengung oder doch zumindest einer programmatischen Entscheidung, das zu ändern. "Abstrakt" bedeutet ja, dass man von etwas abstrahiert, das ursprünglich da war.
So wie eine abstrakte Idee eine intellektuelle Leistung voraussetzt - man braucht dazu eben Abstraktionsvermögen - so scheint also auch die abstrakte Malerei nicht denkbar ohne einen komplizierten Abstraktionsprozess.
Genau das aber trifft auf die heutige abstrakte Kunst im Großen und Ganzen nicht mehr zu. Im Gegenteil: Abstrakte Malerei ist gerade die unmittelbare sinnliche Erfahrung von Farben und Formen. In diesem Sinne ist sie nicht abstrakt sondern sehr konkret. Sie ist unmittelbar erfahrbar, man braucht dazu keine Theorien. Es gibt eben nicht - wie der Begriff glauben macht - diesen negativen Bezug zu einem bestimmten Gegenstand.
Deshalb verwende ich nicht besonders gerne den Begriff "abstrakte Malerei". Ich spreche stattdessen lieber von visueller Musik. Auch Musik bildet normalerweise nicht eine außerhalb von ihr liegende Realität ab (Versuche in diese Richtung wie etwa bei Debussy blieben die Ausnahme). Auch Musik kommt ohne Bedeutungen aus. Sie repräsentiert nicht, sondern sie ist was sie ist.
Kunsthistorisch gesehen macht es auch einen Sinn, von abstrakter Kunst zu sprechen. Schließlich war die europäische Malerei bis zum Ende des 19. Jahrhunderts ausschließlich gegenständlich und erst im 20.Jahrhundert entfernte man sich immer weiter von der Vorstellung, ein Bild müsse etwas abbilden. Schritt für Schritt abstrahierte man den darstellenden Charakter der Kunst und so entstand schließlich die abstrakte Kunst, in der Farben und Formen nicht mehr dazu da waren, etwas nachzubilden, sondern selbst der eigentliche Gegenstand der Malerei wurden.
Der Begriff "abstrakte Kunst" erklärt sich also aus dem Gegensatz einer historischen Strömung zur vorangegangenen Kunstepoche. Er steht somit für eine Bewegung die von etwas wegführt. Das legt die Vorstellung nahe, als sei Malerei eigentlich immer abbildend und es bedürfe einer besonderen Anstrengung oder doch zumindest einer programmatischen Entscheidung, das zu ändern. "Abstrakt" bedeutet ja, dass man von etwas abstrahiert, das ursprünglich da war.
So wie eine abstrakte Idee eine intellektuelle Leistung voraussetzt - man braucht dazu eben Abstraktionsvermögen - so scheint also auch die abstrakte Malerei nicht denkbar ohne einen komplizierten Abstraktionsprozess.
Genau das aber trifft auf die heutige abstrakte Kunst im Großen und Ganzen nicht mehr zu. Im Gegenteil: Abstrakte Malerei ist gerade die unmittelbare sinnliche Erfahrung von Farben und Formen. In diesem Sinne ist sie nicht abstrakt sondern sehr konkret. Sie ist unmittelbar erfahrbar, man braucht dazu keine Theorien. Es gibt eben nicht - wie der Begriff glauben macht - diesen negativen Bezug zu einem bestimmten Gegenstand.
Deshalb verwende ich nicht besonders gerne den Begriff "abstrakte Malerei". Ich spreche stattdessen lieber von visueller Musik. Auch Musik bildet normalerweise nicht eine außerhalb von ihr liegende Realität ab (Versuche in diese Richtung wie etwa bei Debussy blieben die Ausnahme). Auch Musik kommt ohne Bedeutungen aus. Sie repräsentiert nicht, sondern sie ist was sie ist.
Dienstag, 5. August 2008
Kunst - Ausdruck oder Einübung?
Kunst als Selbstausdruck? Selbstfindung? Selbstverwirklichung? Das sind eher westliche Vorstellungen. Wenn zum Beispiel ein chinesischer Kalligraph zum Pinsel greift, dann geht es meistens um andere Dinge.
Kalligraphie ist durchaus verwandt mit Meditation. Man sitzt gerade, sammelt seinen Atem, mit dem Ausströmen der Luft beginnt der erste Strich. Das Ziel ist zunächst nicht, einen eigenen Stil zu entwickeln, das ist den großen Meistern nach Jahrzehnten der Übung vorbehalten. Man versucht die Perfektion einer alten Tradition wieder zu erreichen. Es geht gerade darum, zur Ruhe zu kommen. Das eigene Ich tritt dabei zurück, es wird eher als störend erlebt, als etwas, das den ungehinderten Energiefluss hemmt. Das Qi, die Energie die beim Kalligraphieren in Harmonie gebracht werden soll, ist keine persönliche Energie. Sie durchströmt den Menschen ebenso, wie die äußere Welt. Es soll also nicht wie in der expressiven Malerei ein verborgenes Inneres nach außen kommen, was vielmehr angestrebt wird, das ist ein Gleichklang zwischen Innen und Außen.
Vor diesem Hintergrund lässt sich auch verstehen, warum sich in Ostasien manche Stile so lange gehalten haben und warum manche Maler ihr Lebenswerk weitgehend einem einzigen Motiv gewidmet haben. Was seltsam erscheint, wenn man Kunst als Zutagefördern einer inneren Welt versteht, das ergibt seinen Sinn, wenn es stattdessen darum geht, Gelassenheit zu finden, indem man ganz in einer Sache aufgeht.
Ich bin mir nicht sicher, welche von diesen beiden Auffassungen mich persönlich stärker anspricht. Ich denke, beide haben Einfluss auf mich, meine Arbeit und meine Vorstellungen von meiner Arbeit.
Kalligraphie ist durchaus verwandt mit Meditation. Man sitzt gerade, sammelt seinen Atem, mit dem Ausströmen der Luft beginnt der erste Strich. Das Ziel ist zunächst nicht, einen eigenen Stil zu entwickeln, das ist den großen Meistern nach Jahrzehnten der Übung vorbehalten. Man versucht die Perfektion einer alten Tradition wieder zu erreichen. Es geht gerade darum, zur Ruhe zu kommen. Das eigene Ich tritt dabei zurück, es wird eher als störend erlebt, als etwas, das den ungehinderten Energiefluss hemmt. Das Qi, die Energie die beim Kalligraphieren in Harmonie gebracht werden soll, ist keine persönliche Energie. Sie durchströmt den Menschen ebenso, wie die äußere Welt. Es soll also nicht wie in der expressiven Malerei ein verborgenes Inneres nach außen kommen, was vielmehr angestrebt wird, das ist ein Gleichklang zwischen Innen und Außen.
Vor diesem Hintergrund lässt sich auch verstehen, warum sich in Ostasien manche Stile so lange gehalten haben und warum manche Maler ihr Lebenswerk weitgehend einem einzigen Motiv gewidmet haben. Was seltsam erscheint, wenn man Kunst als Zutagefördern einer inneren Welt versteht, das ergibt seinen Sinn, wenn es stattdessen darum geht, Gelassenheit zu finden, indem man ganz in einer Sache aufgeht.
Ich bin mir nicht sicher, welche von diesen beiden Auffassungen mich persönlich stärker anspricht. Ich denke, beide haben Einfluss auf mich, meine Arbeit und meine Vorstellungen von meiner Arbeit.
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